DHL packt was drauf: Lieferprobleme werden auf Händler abgewälzt
Neben der Nachricht, das Briefporto um bis zu 70 Prozent anzuheben, plant DHL, die Preisschraube auch im Paketversand weiter anzuziehen: Vorab bekannt gewordenen Plänen zufolge hat DHL unter anderem vor, für einen zweiten Zustellversuch künftig eine Gebühr von 2,99 Euro zu erheben. Juri Schütt, Referent für den Bereich Logistik beim bevh, kritisiert das Vorhaben:
DHL ist als Dienstleister der deutschen Onlinehändler unverzichtbar. Mit einem Nachschlag auf den zweiten Zustellversuch weicht DHL aber erneut ein Stück weit von seinem zentralen Leistungsversprechen ab: der verlässlichen Lieferung an die Haustür. Kann DHL dieses Versprechen künftig nicht einhalten, bliebe den Händlern keine Steuerungsmöglichkeit. Sie müssten zahlen und könnten nicht überprüfen, ob der erfolglose erste Zustellversuch tatsächlich vom Kunden verursacht wurde. Damit belohnt sich der Paketdienstleister potenziell selbst für eine eigene Schlechtleistung. Echter Service hieße, Händlern und ihren Kunden verlässliche Prozesse und Wahlfreiheiten in der Empfängersteuerung zu geben.