Zahl der Woche:

China-Commerce: Markt oder Regulierung?


Vergangene Woche haben wir gezeigt, wie der kumulierte Anteil der asiatischen Plattformen scheinbar in Folge der Einführung der 3-Euro-Zollgebühr seit Juli deutlich eingebrochen ist. Betrachtet man die Entwicklung der Anteile in einzelnen Warengruppen, zeigt sich allerdings ein differenzierteres Bild.

Tatsächlich haben die Plattformen in einzelnen Kategorien ihren Höchststand längst hinter sich. Eine einfache Rückführung nur auf die regulatorische Maßnahme erscheint daher weniger schlüssig. Der Markt – also die Vielfalt des Angebots auf unterschiedlichen Plattformen – scheint in vielen Kategorien das Wachstum bereits vor Einführung der Zusatzgebühr begrenzt zu haben.

Verfechter des freien Marktes würden hier sagen: der Staat hätte sich zurückhalten und geltendes Recht durchsetzen sollen. Denn die Gebühr trifft alle Sendungen, die direkt aus Drittstaaten nach Deutschland kommen – auch die von Händlern, die lediglich die Chancen der globalen Marktplätze wahrnehmen und sich stets an alle Regeln gehalten haben.